Schüleraustausch: Was ist das?

Schüleraustausch – High School – Auslandsjahr

Das Wort Schüleraustausch ist ein Sammelbegriff für alle Aktivitäten, bei denen Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren für eine begrenzte Zeit am Alltags- und Schulleben eines anderen Landes teilnehmen und dadurch eine fremde Kultur und Lebensweise kennen lernen. Diese Programme sind mittlerweile auch bekannt unter den Begriffen High School-Aufenthalt und Auslandsjahr.

Der Schüleraustausch wurde in der Nachkriegszeit ins Leben gerufen. 1948 gingen die ersten beiden deutschen Schüler in die USA und ein paar Jahre später verbrachten amerikanische Teenager einen Sommer in deutschen Gastfamilien. Mittlerweile besuchen jährlich viele Tausend Deutsche eine Schule im Ausland. Ein direkter Austausch mit Gegenbesuch zwischen einer deutschen Familie und einer Familie im Ausland findet jedoch kaum mehr statt. Deshalb wird häufig auch nicht mehr von Schüleraustausch gesprochen, sondern von Auslandsjahr, Austauschjahr, Schuljahr im Ausland oder von einem High School-Besuch.

Ein Austauschschüler lebt klassischerweise für mehrere Monate in einer Gastfamilie, nimmt aktiv am Familienleben und -alltag teil und besucht die weiterführende Schule vor Ort oder in den näheren Umgebung. Ein Teil der deutschen Gastschüler entscheidet sich alternativ für die Unterbringung in einem Internat und somit für das Zusammenleben mit Gleichaltrigen. Wie der Name bereits ausdrückt, nimmt der Schulbesuch im Alltag eines Austauschschülers eine zentrale Position ein. Das bedeutet nicht, dass Leistung und Noten notwendigerweise im Vordergrund stehen müssen, sondern dass die Schule als Ort des kulturellen Austauschs und des Kennenlernens des Gastlandes fungiert. Dort trifft man auf andere Jugendliche, erkundet ein neues Bildungssystem und bringt sich – wenn angeboten – am besten in Nachmittagsaktivitäten wie Sport oder Clubs ein. Übrigens können, je nach individueller Situation, auch Schüler mit chronischen Erkrankungen oder Beeinträchtigungen an einem High School-Programm teilnehmen.

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Warum in die Ferne schweifen?

Der Schüleraustausch und sein Nutzen: Schüler, die im Jugend-Alter die Gelegenheit nutzen, für mehrere Monate als Austauschschüler ins Ausland zu gehen, erweitern ihren Horizont maßgeblich. Als aktives Mitglied der Gastfamilie und der Schulgemeinschaft lernen sie auf intensive Weise Kultur, Lebensart und Alltag des Gastlandes kennen. In einem sehr prägenden Alter der Selbstfindung und des Erwachsenwerdens beginnen sie ihre eigenen Werte und Vorstellungen kritisch zu überprüfen.

Die Mehrheit der Jugendlichen kehrt selbstständiger und reifer aus dem Ausland zurück und hat Erfahrungen gemacht, die auf keinem Lehrplan zu finden sind! Fast schon beiläufig bauen die Jugendlichen zudem ihre Fremdsprachenkenntnisse aus und leisten ihren eigenen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung. Im positiven Sinne verändert eine Lebensphase in der Ferne nicht nur den Blick auf zuvor unbekannte Kulturen, sondern maßgeblich auch die Wahrnehmung der eigenen Heimat, Herkunft und Kultur. Letztlich zählt ein Auslandsaufenthalt heutzutage immer auch als Bonus für spätere Bewerbungen im Berufsleben.

Unser Youtube-Ratgeber zum Schüleraustausch

Zeitpunkt und Dauer

Welcher Zeitraum ist möglich?

Eine „richtige“ oder „falsche“ Dauer für einen Schüleraustausch gibt es eigentlich nicht. Als zukünftiger Austauschschüler sollte man sich vor allem wohl fühlen mit seiner Entscheidung. Je nach Programm und Gastland sind verschiedene Zeiträume realisierbar. So gibt es die Option für ein Schuljahr oder ein Schulhalbjahr ins Ausland zu gehen. Insbesondere in den Ländern, die ihr Schuljahr in drei oder vier so genannte Terms einteilen, ist auch ein kürzerer Aufenthalt von circa drei Monaten möglich. Die Anzahl der Terms kann man selbst bestimmen, sodass zwischen drei Monaten und einem Schuljahr mehrere Varianten denkbar sind.

Unterm Strich gilt natürlich: Je länger ein Schüleraustauschprogramm dauert, desto intensiver sind die gemachten Erfahrungen. Wem jedoch ein Schuljahr als zu lang erscheint, sollte auf jeden Fall für einen kürzeren Zeitraum statt gar nicht ins Ausland gehen. Außerdem können die Programme in der Regel verlängert werden, wenn die Zeit vor Ort dann doch zu schnell verfliegt.

Wann sollte es losgehen?

Aufgrund des Schuljahresverlaufs in Deutschland beginnen die meisten deutschen Jugendlichen ihren Schüleraustausch zwischen Juli und September. Es ist aber ebenso möglich, zum zweiten deutschen Halbjahr ins Ausland zu gehen. In die eigenen Überlegungen mit einfließen kann auch folgende Faustregel: In Ländern auf der Nordhalbkugel fängt das Schuljahr – wie in Deutschland – im August oder September an. In Ländern auf der Südhalbkugel ist der Beginn des Schuljahres im Januar bzw. Februar. Wer also ein komplettes Schuljahr z.B. in Neuseeland oder Australien miterleben will, könnte seinen Schüleraustausch von Januar bis Dezember machen.

In der Regel bietet sich ein Auslandsjahr nach Abschluss der Mittelstufe und vor dem Eintritt in die Oberstufe an. Mit der Einführung der Schulzeitverkürzung G8 in den meisten Bundesländern geht der Großteil deutscher Austauschschüler somit nach der 9. Klasse bzw. im Laufe der Jahrgangsstufe 10 ins Ausland. Es ist aber auch möglich, als Gymnasiast das Einführungsjahr der Oberstufe (also die 10) erst noch regulär zu durchlaufen, danach an einem Schüleraustauschprogramm teilzunehmen, um schließlich nach der Rückkehr mit der 11. Klasse einzusteigen. Mit der teilweisen Rückkehr zu G9 in vielen Bundesländern kommt aber auch die 11. Klasse wieder stärker in Betracht. Ebenso beenden Haupt-, Real- und oftmals auch Gesamtschüler erst einmal die 10. Klasse, bevor sie aufbrechen. Wer das Abitur nach 12 Schuljahren anstrebt, darf die Jahrgangsstufe 11 und 12 der deutschen Oberstufe nicht verpassen. Die beiden letzten Schuljahre sind abiturrelevant. Wichtig: Vor der Planung eines Schüleraustauschs sollten die Vorgaben des Bundeslandes studiert werden, in dem man zur Schule geht. Auch ein frühzeitiges Gespräch mit der deutschen Heimatschule ist sinnvoll.

Versetzungsrichtlinien der Bundesländer

Jedes Bundesland legt eigene Versetzungsrichtlinien fest, die für den Schüleraustausch relevant sind. Du solltest dich daher bereits bei der Planung deines Auslandsaufenthalts während der Schulzeit über die Bestimmungen informieren. Hier findest du die Bestimmungen auf einen Blick:

Die Teilnahme an einem Schüleraustauschprogramm sollte allerdings nicht von der Frage abhängig gemacht werden, ob ein Schuljahr übersprungen werden kann. Selbstverständlich besteht immer die Möglichkeit, ein Schuljahr zu wiederholen. Oftmals ist bzw. war dies auch für Real-, Gesamt- und G9-Schüler eine gute Option. Schließlich eröffnet ein Schuljahr im Ausland auf verschiedenen Ebenen enorme Perspektiven, für die es sich lohnt, auch eine um ein Jahr längere Schulzeit in Kauf zu nehmen.

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Typische Gastländer für einen Schüleraustausch

Die Mehrheit deutscher Jugendlicher zieht es in englischsprachige Länder in Übersee – allen voran in die USA. Einen informativen Online-Ratgeber zum Thema High School-Jahr in den USA inklusive eines High School-Finders, der bei der Wahl der richigen Austauschorganisation hilft, findet man unter highschooljahr-usa.de. Die Vereinigten Staaten werden auf der Beliebtheitsskala mit einigem Abstand gefolgt von Kanada, Neuseeland und Australien. Aber auch europäische Länder wie Großbritannien, Irland, Frankreich oder Spanien sind nachgefragt und locken jährlich hunderte deutscher Austauschschüler. Egal ob Europa, Nord-, Mittel- oder Südamerika, Afrika, Asien oder Ozeanien: Die Welt steht Austauschschülern offen!

Das Handbuch Fernweh – Der Ratgeber zum Schüleraustausch enthält Preis-Leistungs-Tabellen für folgende Gastländer: USA, Kanada, Neuseeland, Großbritannien, Australien, Irland, Argentinien, Brasilien, Chile, China, Costa Rica, Ecuador, Frankreich, Italien, Japan, Norwegen, Polen, Schweden, Spanien und Südafrika. Zudem gibt es ausführliche Informationen zu Anbietern und Programmen für Privatschulaufenthalte im Ausland.

Wenn du mehr zum Thema Thema (Homo-)Sexualität und Schüleraustausch erfahren möchtest, dann schau doch mal hier vorbei!

Programmvarianten

Welche Programmvarianten gibt es für den Schüleraustausch?

Austauschschülern steht nicht nur fast die ganze Welt offen, sie haben auch die Qual der Wahl, wenn es um die Programmform geht. Je nach Zielland und Austauschorganisation kann man entweder ausschließlich das Land oder einen Schulbezirk im Wunschland oder sogar die Gastschule auswählen. Alle drei Programmvarianten haben ihr Für und Wider und keine ist besser oder schlechter als die andere. Es gilt, die passende Programmform ausfindig zu machen – hier spielen nicht zuletzt auch die Kosten eine Rolle.

Länderwahlprogramm

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Der Klassiker: Man wählt sein Gastland aus und wird vom Partner der deutschen Austauschorganisation bei einer Gastfamilie und an einer öffentlichen Schule platziert. Die Platzierung kann landesweit erfolgen. Es bleibt also spannend, da man zunächst nicht weiß, wo man den Schüleraustausch verbringen wird. Erst wenn Gastfamilie und Schule feststehen, bekommt man Bescheid, wo sich das neue Zuhause auf Zeit befindet. Geografische Wünsche können bei einigen Austauschorganisationen angegeben werden; eine Garantie gibt es jedoch nicht. Oft ist die Wunsch-Platzierung mit einem Aufpreis verbunden. Besonders verbreitet ist das beschriebene Länderwahlprogramm im Fall des Gastlands USA.

Regionenwahlprogramm

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Über ein Regionen- bzw. Schuldistriktswahlprogramm kann man beeinflussen, in welcher Gegend und in welchem Einzugsgebiet man leben und zur Schule gehen wird. Erscheint eine bestimmte „Ecke“ des Gastlandes als besonders reizvoll oder sagen einem die Schulprofile der Schulen eines Schulbezirks zu, ermöglicht ein solches Programm die Platzierung im Wunschgebiet. So kann man u.a. sicherstellen, dass man z.B. in einem städtischen Ballungsgebiet oder eher ländlich platziert wird. Wer sich für das Gastland Kanada entscheidet, wird vor allem dieser Programmvariante begegnen.

Hinweis: In sehr nachgefragten Gegenden ist die Anzahl deutscher und internationaler Austauschschüler an den weiterführenden Schulen vergleichsweise hoch.

Schulwahlprogramm

Im Rahmen dieser Programmform können Wünsche und Vorstellungen des zukünftigen Austauschschülers konkret berücksichtigt werden. So kann man mit der direkten Auswahl einer öffentlichen oder privaten Schule selbst steuern, wo die Schule liegt, welche Fächer angeboten werden, welches Sport- und Freizeitprogramm es gibt, wie groß die Schule ist, wie viele internationale Schüler durchschnittlich zu Gast sind, ob es sich um eine gemischte oder eine Mädchen- bzw. Jungenschule handelt etc. In Bezug auf die Schule wird also nichts dem Zufall überlassen. Besonders üblich ist diese Programmvariante z.B. beim Schüleraustausch nach Australien oder Neuseeland.

Kosten

Wie teuer ist ein Schüleraustausch?

Aus Sicht der meisten Familien ist ein Schüleraustausch ein kostenintensives Unterfangen. Folgende Posten, die zusammen die Summe des Programmpreises ergeben, müssen beglichen werden:

  • die Dienstleistungen der Austauschorganisation, wie die Beratung und Begleitung der Planungsphase, die Abwicklung der Bewerbung, die Vermittlung, die Vorbereitung in Deutschland und die Betreuung vor Ort im Gastland sowie ggf. eine Nachbereitung
  • An- und Abreise ins Gastland
  • Versicherungen (Haftpflicht-, Kranken-, Unfall-, Reisegepäckversicherung)
  • je nach Gastland und Programmform: ggf. Schulgebühren und Aufwandsentschädigung für die Gastfamilie

Länderwahlprogramme sind kostengünstiger als Schulbezirks- oder Schulwahlprogramme. Hinzu kommen die Ausgaben vor Ort im Gastland: Monatlich sollten circa 150 bis 250 Euro, abhängig vom Gastland und der persönlichen Lebensführung, für Taschengeld einkalkuliert werden. Und wer die Gelegenheit nutzen und durch das Gastland reisen möchte, der sollte diese Kosten auch einkalkulieren.

Einen idealen Überblick zu den Kosten der einzelnen Programme der Anbieter bietet das Handbuch Fernweh als Standardwerk zum Schüleraustausch. In den übersichtlichen Preis-Leistungs-Tabellen werden die Programme deutscher Austauschorganisationen und Agenturen für die 20 beliebtesten Gastländer aufgeführt, beispielsweise die USA oder Kanada, aber auch viele europäische oder spanischsprachige Länder.

Finanzierung

High School-Aufenthalte werden mehrheitlich aus privater Tasche finanziert. Glücklich schätzen können sich alle Schüler, deren Familien Geld zur Seite legen konnten, um den Schüleraustausch zu bezahlen. Es gibt jedoch auch Finanzspritzen und Stipendien, die Jugendlichen aus einkommensschwächeren Familien einen Schüleraustausch ermöglichen können. So kann man z.B. die staatliche Förderung Auslands-BAföG beantragen, wenn man mindestens für ein halbes Jahr im Ausland zur Schule geht. Im Idealfall zahlt der deutsche Staat rund 500 Euro pro Monat plus eine Pauschale für die An- und Abreise von bis zu 1.000 Euro.

Stipendien werden als Teil- oder Vollstipendien vergeben; entweder von Austauschorganisationen oder von Institutionen wie z.B. dem Deutschen Bundestag. Für ein Schüleraustausch-Stipendium können sich alle Jugendlichen bewerben, die die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen. Manche Stipendien werden einkommensabhängig vergeben. Andere Stipendien richten sich an akademisch leistungsstarke oder im Bereich Sport, Musik oder Kunst besonders begabte Schüler. Es gibt zudem Stipendien, die ehrenamtliches Engagement in der Freizeit oder Kreativität und Einfallsreichtum des Bewerbers voraussetzen. Die Bewerbung für ein Stipendium sollte man nicht zwischen Tür und Angel anfertigen. Die Unterlagen und Dokumente sollten in aller Ruhe und durchdacht ausgefüllt werden. Zudem ist es wichtig, die Bewerbungsfristen zu kennen und einzuhalten, die teils sehr weit vor dem eigentlichen Programmbeginn liegen. Hier findest du weitere Hinweise für deine Bewerbung auf ein Stipendium für dein Auslandsabenteuer!

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WELTBÜRGER-Stipendien

Aus der Überzeugung, dass junge Menschen sich durch die intensive Kulturerfahrung während eines Auslandsaufenthalts ganzheitlich weiterbilden und dabei einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung – und somit zur Wahrung der Würde und Freiheit jedes einzelnen Menschen – leisten, schreiben deutsche Austauschorganisationen, Unternehmen und der unabhängige Bildungsberatungsdienst weltweiser im Rahmen der Jugendbildungsmesse JuBi zahlreiche WELTBÜRGER-Stipendien aus. Ziel ist es, Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem ganz individuellen Weg zum Weltbürger zu fördern.


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Zu den Stipendien

Eine umfangreiche Zusammenstellung von Stipendienmöglichkeiten findet man im Handbuch Fernweh, dem umfangreichsten Ratgeber zum Schüleraustausch.


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