Definition Mit 17 ins Ausland

Du hast deinen Schulabschluss in der Tasche und möchtest mit 17 ins Ausland? Mit dem Abitur oder der Mittleren Reife in der Tasche stehen immer mehr Schüler vor der Frage, welche Auslandsaufenthalte mit 16 oder 17 Jahren überhaupt möglich sind.

Nach der Schule mit 17 ins Ausland was ist möglich, was nicht?

Für viele Auslandsaufenthalte ist Volljährigkeit eine wichtige Voraussetzung. Dies hat in vielen Fällen visarechtliche Gründe, denn bestimmte notwendige Visumstypen, z.B. für Work & Travel oder Au-Pair Aufenthalte, werden nur an Volljährige vergeben. Wer beispielsweise als Au-Pair in Übersee oder als Backpacker in Australien, Neuseeland oder Kanada jobben möchte, muss deshalb bis zu seinem 18. Geburtstag warten. Es gibt jedoch eine Reihe von Möglichkeiten, auch in „jungen Jahren“ den Weg ins Ausland zu gehen.


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Programmarten

Freiwilligenarbeit und Freiwilligendienste

Freiwilligenarbeit im Ausland ist in vielen Fällen mittlerweile auch schon für 16- oder 17-jährige Teilnehmer möglich. Es gibt einige Organisationen, die unter 18-jährige Freiwillige in ausgewählte Projekte vermitteln und mitunter gute Betreuungsstrukturen im Gastland bieten. Bei den Programmen handelt es sich meist um sogenannte „ungeregelte Freiwilligendienste“, was bedeutet, dass die Kosten für An- und Abreise, Unterkunft und Verpflegung, Vorbereitung, Visum, Versicherungen etc. von den Freiwilligen selbst getragen werden. Diese Programme sind je nach Visumslage für einige Wochen bis zu wenigen Monaten möglich. Manche der angebotenen Freiwilligenprogramme enthalten zudem einen Sprachkurs.

Auch einige geförderte Freiwilligendienste stehen – zumindest theoretisch – auch 17-Jährigen offen. Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) ist ab 17 Jahren möglich, der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) sogar schon ab 16 Jahren. Da sowohl die deutschen Entsendeorganisationen als auch die aufnehmenden Freiwilligenprojekte im Ausland das Mindestalter ihrer Freiwilligen selbst festlegen dürfen und viele Projekte die Verantwortung für noch minderjährige Freiwillige nicht tragen wollen oder können, gibt es bislang jedoch kaum Angebote für unter 18-Jährige im Bereich der geförderten Freiwilligendienste. Eine eingehende Recherche nach möglichen Entsendeorganisationen und Offenheit für verschiedene Gastländer und Arbeitsbereiche sind angesichts des noch sehr überschaubaren Angebots in jedem Fall notwendig.

Farmarbeit weltweit (WWOOF)

WWOOF steht für „Worldwide Opportunities on Organic Farms“ und bietet die Möglichkeit, für wenig Geld Kulturen und Länder kennenzulernen und an den verschiedensten Orten zu jobben. Für ca. 6 Stunden pro Tag arbeitet man auf einer Farm in der ökologischen Landwirtschaft und erhält im Gegenzug freie Unterkunft und Verpflegung. Um an diesem Programm teilzunehmen, kann man sich gegen eine geringe Gebühr Zugang zur WWOOF-Datenbank für das gewünschte Gastland verschaffen. Der Kontakt zu den Farmen wird vorab eigenständig aufgebaut und die Tätigkeiten, der Start sowie Dauer des Aufenthalts direkt mit den Hofbetreibern geklärt.

Unter bestimmten Voraussetzungen – u.a. mit dem Einverständnis der Eltern und des Gastgebers – ist WWOOF auch schon für unter 18-Jährige in Irland, Großbritannien, Italien und Portugal möglich.

Auslandspraktikum mit Sprachkurs

Auch Auslandspraktika innerhalb Europas sind bereits für 16- und 17-Jährige möglich. Beliebte Gastländer sind hierbei England und Irland. Praktikaprogramme werden von verschiedenen Organisationen angeboten, die einen Praktikumsplatz sowie in vielen Fällen auch eine Unterkunft im Gastland vermitteln und bei der Reiseplanung behilflich sind. In der Regel handelt es sich um Schnupperpraktika für wenige Wochen, in denen Praktikanten erste Einblicke in die Arbeitswelt erhalten können.

In vielen Fällen finden Programme für Auslandspraktika auch in Kombination mit einem Sprachkurs statt. Sprachkurse und Sprachreisen sind grundsätzlich für jede Altersgruppe zu jeder Zeit weltweit möglich.

Schüleraustausch

Auch mit dem Abitur oder der Mittleren Reife im Gepäck können Schulabgänger an einem High-School-Programm bzw. Schüleraustausch teilnehmen – unabhängig davon, ob sie nach ihrer Rückkehr wieder in Deutschland zur Schule gehen oder nicht. Grundvoraussetzung dafür ist die Motivation, für weitere drei Monate, ein halbes oder ein ganzes Jahr die Schulbank zu drücken, denn der Besuch der High School im Ausland ist Pflicht und alle Regeln des Schüleraustauschprogramms gelten gleichermaßen. Ein Schüleraustausch ist eine gute Alternative für diejenigen, die ein Auslandsjahr einlegen möchten.


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College und Berufsorientierung im Ausland

Wer sich zwischen Schule und Studium oder Ausbildung im Ausland beruflich orientieren möchte, kann über einen Collegebesuch im Ausland nachdenken. Möglich sind diese z.B.

  • in den USA an Community Colleges,
  • in Neuseeland an Polytechnics oder Intitutes of Technology,
  • in Australien an TAFE-Institutionen (Technical and Further Education),
  • in England an Sixth Form Colleges.

Hier steht eine Vielzahl unterschiedlicher Kurse und berufspraktischer Fächer zur Auswahl. Vergleichbar sind diese Institutionen mit Berufsfachschulen und Fachhochschulen. Mit einem sehr praxisnahen Schnupperstudium ermöglichen sie erste Einblicke in ein mögliches Berufsfeld.

Workcamps und internationale Jugendbegegnungen

Spannende, jedoch bislang für viele weniger bekannte Wege ins Ausland und zu internationalen Kontakten und Freundschaften sind Workcamps und internationale Jugendbegegnungen. Diese finden sowohl im Ausland als auch in Deutschland statt und halten viele interessante Themen, Denkanstöße, Workshops und gemeinsame Projekte bereit.


Was ist zu beachten?

  • Für alle Programme und einzelne Schritte in der Planung des Auslandsaufenthalts ist das Einverständnis der Eltern erforderlich.
  • Es ist sehr wichtig, sich vorab über die Rechte von unter 18-Jährigen im jeweiligen Gastland sowie zu möglichen Einschränkungen zu informieren.
  • Visabestimmungen müssen besonders berücksichtigt werden.

Wer als junger Abiturient bzw. Schulabgänger kein passendes Programm findet, kann die Zeit bis zur Volljährigkeit auch in Deutschland sinnvoll überbrücken, beispielsweise mit einem Praktikum, einer ehrenamtlichen Tätigkeit, einem Schnupperstudium an einer Uni, einem Sprachkurs oder einem bezahlten Aushilfsjob. So stehen nach dem 18. Geburtstag alle Wege offen, in vielen Fällen auch noch einige Monate bevor das Studium oder die Ausbildung beginnt. Nicht zu vergessen: Auslandsaufenthalte sind natürlich auch noch während der Berufsausbildung oder des Hochschulstudiums möglich.


Der Ratgeber zu Gap-Year-Programmen und Auslandsaufenthalten

Weitere Informationen und hilfreiche Tipps sowie alles Wichtige zu Teilnahmevoraussetzungen, Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten zu den verschiedenen Auslandsaufenthalten bietet zudem das Handbuch Weltentdecker, in dem folgende Organisationen ihre Angebote für unter 18-Jährige nach dem Schulabschluss in den Bereichen Schüleraustausch, Freiwilligenarbeit, Auslandspraktika, Gastfamilienaufenthalte sowie Schnupperstudium und College Orientation präsentieren.

Zum Ratgeber

Anbieter – Mit 17 ins Ausland

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